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„Auch Männer fühlen sich in Strumpfhosen wohl“

Die Aussage „auch Männer fühlen sich in Strumpfhosen wohl“ stammt nicht von einem durchgeknallten Freak. Sie stammt aus der Marketingabteilung des renommierten österreichischen Strumpfhosen- und Wäscheherstellers Wolford. Dort war sie Anfang 2018 in Kombination mit dem Wort „unisex“ für eine Auswahl an Strumpfhosen und Leggings zu lesen. Das Statement ist inzwischen wieder verschwunden; über die Gründe mag man spekulieren. An seiner Richtigkeit hat sich dadurch nichts geändert. Deshalb steht das Zitat am Anfang dieser Seite, die sich vor allem mit dem Thema Männer und Strumpfhosen beschäftigt.

Natürlich fühlen sich Männer in Strumpfhosen wohl. Warum sollten sie nicht? Eine Strumpfhose ist ein Unisex-Kleidungsstück. Ob es dem ein oder anderen Zeitgenossen passt oder nicht, ist unerheblich. Vielleicht liegt es an dieser Erkenntnis, dass Wolford bestimmte Produkte zwar nicht mehr als Unisex kennzeichnet, eine Auswahl aber unter der Überschrift „Wozu sind Strumpfhosen für Männer gut?“ immerhin noch für Männer empfiehlt. Und nicht nur das. Das Unternehmen gibt sogar Ratschläge, wie Männer ihre Strumpfhosen tragen sollen: „Es ist ganz leicht. Tragt sie einfach unter langen Hosen, kurzen Hosen oder mit einem langen Top alleine.“
Natürlich stehen die Österreicher mit ihrer Meinung nicht allein da. Auch andere stehen Strumpfhosen für Männer positiv gegenüber. So ist beispielsweise im Onlineportal helpster.de zu lesen: „… so sind die Nylons heute auch für ,ganz normale Männer‘ völlig okay.“ Damit nicht genug. helpster.de ist sogar der Meinung, dass Männer ihre falsche Scham gegenüber Strumpfhosen ablegen sollten: „Haben Sie keine Hemmungen, denn Strumpfhosen können mit dem richtigen Styling auch wirklich gut aussehen.“ Und im Bezug auf Toleranz meint man dort: „Auch Männer haben dazu [zum Tragen von Strumpfhosen, d. Verf.] alles Recht der Welt und dürfen von der Damenwelt vollstes Verständnis erwarten.“ Nicht nur von der Damenwelt, sei hier angefügt.
Dabei kaufen Männer ihre Strumpfhosen nicht immer verschämt online, beim anonymen Discounter oder in den Strumpfabteilungen großer Warenhäuser. Viele besuchen den Fachhandel, lassen sich dort sogar beraten. Über diese Erfahrungen berichtete beispielsweise 2014 die Mitarbeiterin eines Strumpfhosenshops in Landsberg.

Mann schreibt über Erlebnisse in und mit Strumpfhosen

Buch 40 DEN Erlebnisse eines Strumpfhosenfans Marten de Trieste mag Strumpfhosen. Schon seit seiner Kindheit. Er mag sie nicht nur bei Frauen oder als Objekt sexueller Begierde. Er trägt als Mann auch selbst Strumpfhosen. Weil es ihm gefällt. In seinem ersten Roman Voll neben dem Gleis, einer autobiografischen Liebesgeschichte mit einer an Borderline erkrankten Frau, hat er bereits ein Kapitel diesem Faible gewidmet.
In seinem neuen erotischen Roman für Erwachsene 40 DEN | Erlebnisse eines Strumpfhosenfans berichtet der Autor detaillierter, welche Rolle Strumpfhosen in seinem Leben spielen und wie sie sein Sexualleben bereichert haben. Der Kauf der ersten eigenen Strumpfhose mit schweißnassen Fingern im Supermarkt wird ebenso geschildert wie der Einsatz im Bett beim Sex zu zweit und zu dritt. Zudem berichtet Marten de Trieste sein allmähliches „Outing“ als männlicher Strumpfhosenträger. Er erinnert sich an den Einsatz von „Spielzeugen“ und den Besuch im Swingerklub, bei dem Nylonkleidung ebenfalls eine wichtige Rolle innehatte.
Das Buch hat im Original 397 Seiten im Format A5. Es ist Anfang Februar 2022 im Selbstverlag erschienen und kann für 14,90 € als epub (ca. 470.000 Zeichen) oder als pdf zum Download gekauft werden.

Hier gibt es Leseproben aus „40 DEN“

Niemand kauft gern „die Katze im Sack“. Deshalb hat Marten de Trieste einige Leseproben seines Buches ins Netz gestellt. Darin beschreibt er zum Beispiel den Kauf seiner ersten eigenen Strumpfhose als Teenager und ein Schlüsselerlebnis, bei dem er beim Anblick und der Berührung eines Mädchenbeines in einer Strumpfhose eine Erektion bekam. In einem anderen Kapitel berichtet er von einer für ihn eher peinlichen Situation beim Kauf einer Strumpfhose in einem Fachgeschäft. Er erzählt auch, wie er sich über das Fahrradfahren in Strumpfhosen langsam an das Auftreten in der Öffentlichkeit als Mann, der eine  Strumpfhose, trägt, herangetastet hat. Zwei weitere Kapitel schildern von sexuellen Erfahrungen mit Frauen, in denen Strumpfhosen eine wichtige Rolle gespielt haben.
Zu finden sind diese Leseproben hier.
Die Redewendung „die Katze im Sack kaufen“ stammt übrigens aus früheren Zeiten. Auch damals gab es schon Betrüger. Die lenkten die Käufer beispielsweise einer vielversprechenden Legehenne, eines fetten Kaninchens oder eines Ferkel ab, packten eine – damals meist vollkommen wertlose – Katze in den Sack, banden diesen zu und übergaben ihn an den Kunden. Der erlebte dann spätestes zu Hause beim Öffnen des Sackes eine böse Überraschung.

Banner 40 DEN Erlebnisse eines Strumpfhosenfans

Strumpfhosen sitzen enger und bequemer

Unisex-Strumpfhosen von Die Strumpfmacher

„Die Strumpfmacher“ bezeichnen einige ihrer Produkte, namentlich Strumpfhosen mit 20 DEN bzw. 60 DEN, als „unisex“. Zu kaufen gibt es die Strumpfhosen direkt beim Hersteller.

Vom Grundsatz her ist es kein Unterschied, ob ich als Mann eine lange Unterhose mit Socken / (Knie)Strümpfen kombiniere oder eine Strumpfhose trage. Oder doch! Strumpfhosen sitzen enger und sind bequemer. Außerdem bestehen sie aus einer Lage Stoff, während dort, wo lange Unterhose und Socke/Strumpf übereinander getragen werden, zwei Lagen vorhanden sind. 
Strumpfhosen haben noch weitere Vorteile. Sie sind in viel mehr Varianten zu haben. So kann man nicht nur die Dicke des Materials und das Material selbst viel besser an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen, sondern auch – wenn man das will – Farben und Muster.

Dass Strumpfhosen ein Unisex-Produkt sind, hat sogar die Universität von Oxford schon vor einigen Jahren erkannt: 2012 wurde dort der Dresscode für Examensprüfungen gelockert. Seitdem dürfen in dieser Kaderschmiede für die spätere gesellschaftliche Elite auch Männer während der Prüfungen Röcke und Strumpfhosen tragen. Diese Entscheidung beruht zwar auf der Angst vor einer Klagewelle und soll vor allem Transsexuellen das Leben erleichtern, dennoch kommt die Anerkennung als Kleidungsstück für beide (und meinetwegen auch weitere) Geschlechter klar zum Ausdruck.

Männerstrumpfhosen haben spezielle Details

Acht Männerstrumpfhosen von Comfort4Men

Auch bei Männerstrumpfhosen gibt es viele Varianten – wie diese Modelle von Comfort4Men zeigen.

Strumpfhosen werden auch für Männer gemacht. Diese Aussage wird allein dadurch bestätigt, dass es spezielle Modelle für Herren gibt. Diese unterscheiden sich durch Details von sogenannten „Damenstrumpfhosen“. Details können ein Eingriff, ein speziell geformtes Frontpanel oder gar eine offene oder geschlossene Penishülle sein. Mehr als ein Dutzend Hersteller aus Europa und anderen Staaten der Erde produzieren heute spezielle Männerstrumpfhosen. In Deutschland findet sich zum Beispiel mit dem in der Nähe von Nürnberg angesiedelten Unternehmen Comfort4Men ein Anbieter, der bereits im Namen zum Ausdruck bringt, an wen sich seine Strumpfhosen wenden.

Die Männerstrumpfhosen von Comfort4Men zeichnen sich vor allem durch einen auf die männliche Anatomie abgestimmten Zwickel mit passendem Vorderteil aus. Bemerkenswert an dem Sortiment des Nürnberger Unternehmens ist, dass es die Strumpfhosen für Männer in einer Vielzahl von Variationen gibt. Zum Beispiel mit und ohne Stützwirkung, in den unterschiedlichsten Farben und Stärken, uni, uni mit kontrastierendem Zwickel/Vorderteil und sogar gemustert. Geht es um das Thema Farbe, ist darüber hinaus der US-amerikanische Hersteller Welovecolors eine gute Empfehlung. Er bietet ausdrücklich auch Männerstrumpfhosen an, und diese – ebenso wie die Modelle für Frauen – in inzwischen mehr als 50 bunten und unbunten Farben.

Der Wohlfühl-Aspekt und seine Interpretation

Wohlfühlen kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Wohlfühlen kann zum einen ein ganz alltäglicher Zustand sein. Ein Zustand, den jeder kennt, der sich aber nur schwer beschreiben lässt. So wie man sich im Strandcafe an der Nordsee bei einer heißen Tasse Tee wohlfühlt, während Wind und Regen über die Wellen peitschen. Oder wie man sich auf einer Geburtstagsfeier im Kreise von Menschen wohlfühlt, die man mag. Oder wie man sich wohlfühlt, wenn man eine besonders schwierige Aufgabe doch noch meistert, nachdem man lange geglaubt hat, man könne sie nicht schaffen. Und so weiter.
Ein solcher Zustand kann auch beim Tragen von Strumpfhosen eintreten. Einfach deshalb, weil man sich darin wohlfühlt. Zum Beispiel weil man den Stoff an der Haut mag. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um hauchzartes Nylon oder dicke Wolle handelt. Der eine mag dieses, der andere jenes, und ein Dritter beides. Es gibt auch das Gegenteil: Dass man per se keine Strumpfhosen trägt, weil man glaubt, sie würden kratzen oder weil man im Hinterkopf die bekannten Vorurteile mit sich herumträgt. Oder anders ausgedrückt: Weil man sich in Strumpfhosen unwohl fühlt.
Man kann es auch mögen, wenn der Körper von den Zehen bis zu den Hüften mit nur einem Kleidungsstück bedeckt ist. Weil man es praktisch findet, wenn kein Gürtel, keine auftragenden Verstärkungen und keine hervorstehenden Nähte vorhanden sind und man bei Bewegungen nicht eingeengt wird. Hier denke ich an Männer, die Strumpfhosen im privaten Umfeld – zum Beispiel in den eigenen vier Wänden oder im Garten – offen tragen – etwa in Kombination mit einem langen Pullover.
Ein Mann, der offen mit seinem Faible für Strumpfhosen umgeht, ist Werner D. Sein Instagram Account ist unter tightsandbread zu finden. D. trägt Strumpfhosen in aller Öffentlichkeit. Er kombiniert sie bevorzugt mit Hotpants und spricht darüber auch mit Pressevertretern. D. entspricht komplett dem Typus Mann, der auch mit dieser Webseite angesprochen werden soll: Er ist heterosexuell, lebt in einer Beziehung mit einer Frau und versteht sich nicht als Crossdresser, sondern einfach als Mann, der sich in Strumpfhosen wohlfühlt. Strumpfhosentragen sei für ihn, laut main.ding.de, eine Möglichkeit, „nicht mit dem Strom zu schwimmen, raus aus dem Herdentrieb zu kommen“. Die Frage nach dem Warum beantwortet er damit, dass Strumpfhosen für ihn ein ganz normales Kleidungsstück seien. Dafür, dass D. sich offen in Strumpfhosen zeigt, gebührt ihm Anerkennung und Respekt.

Im Sport sind Männer in Strumpfhosen alltägllich

Marcelo Arevalo in einer schwarzen Strumpfhose oder Leggings

Marcelo Arevalo beim Finale der Tennismeisterschaften von Frankreich 2022. Screenshot von Eurosport.

Im Sport sind Männer in Strumpfhosen nichts Besonderes. Insbesondere der allgegenwärtige Profifußball hat den Anblick von Männern in Strumpfhosen populär gemacht. Auch in anderen Sportarten ist es gang und gäbe, das Männer Strumpfhosen oder Leggings tragen. Zum Beispiel im Basketball. Dort tauchen immer öfter Spieler in Kompressionsleggings auf, weltweit bis in die höchsten Ligen. In Millionen von Wohnzimmern weltweit dürften darüber hiansu Anfang des Sommers die Bilder des Herrendoppel-Finales bei den französischen Tennismeisterschaften 2022 in Roland Garros zu sehen gewesen sein. Dort trug Marcelo Arevalo, der mit seinem Partner Jean-Julien Rojer das Turnier gewann, eine schwarze Strumpfhose (oder Leggings, das war nicht klar zu erkennen). Nicht in allen Sportarten sind Männer in Strumpfhosen allerdings so offensichtlich erkennbar wie beim Kampf um kleine und große Bälle.

So berichtete beispielsweise im November 2019 der österreichische Nordische Kombinierer Lukas Greiderer in einem Interview, dass er bei Wettkämpfen Damenstrumpfhosen trage, und auch die Schweizer Radsportlegende Albert Zweifel, mehrfacher Weltmeister im Querfeldein, erzählte seinem Interviewpartner im Januar 2020, dass er sich bei extremer Kälte durch „Damenstrumpfhosen“ geschützt habe. Biathlet Michael Rösch wird in einem weiteren Interview mit den Worten: „Wir rennen in Strumpfhosen im Kreis, …“. zitiert. Es fällt auf, dass in Interviews das Wort „Damenstrumpfhose“ benutzt wird. Dabei sollte jedem, der nachdenkt, auffallen, dass eine Strumpfhose genau in dem Moment keine Damenstrumpfhose mehr ist, in dem ein Mann sie anzieht.

Industrie produziert auch Feinstrumpfhosen für Männer

Gesteht man Männern in der Regel zu, im Winter (dickere) Strumpfhosen zum Schutz gegen Kälte anziehen zu dürfen, so gelten dünne Nylon- oder Feinstrumpfhosen bei den meisten Menschen als typische Kleidung für Frauen. Sichtbares Zeichen dieses Denkens: Oft werden entsprechende Produkte von den Herstellern auf den Verpackungen so gekennzeichnet, auf Kassenbons erscheint das Wort „Damenstrumpfhose“ oder es wird, siehe oben, in Interviews und in der Umgangssprache so benutzt. Was viele nicht glauben mögen: Auch Männerstrumpfhosen werden aus sehr dünnem Nylon gefertigt. Sehr dünn ist eine Definitionssache, meint hier aber Garnstärken zwischen 5 DEN (fast unsichtbar) bis etwa 40 DEN (semiblickdicht oder halbtransparent). So hat beispielsweise der oben genannte Hersteller Comfort4Men mehrere Feinstrumpfhosen für Männer mit 17 DEN bis 40 DEN im seinem Sortiment.

Verschiedene Feinstrumpfhosen für Männer

Feinstrumpfhosen für Männer gibt es von verschiedenen Herstellern. Hier nur eine kleine Auswahl aus dem Gesamtangebot des Marktes.

Beim bulgarischen Unternehmen TIM finden sich ebenfalls spezielle Strumpfhosen für Männer mit niedrigen Garnstärken. Die chinesische Marke Doyeah, Spezialist in Sachen Strumpfhosen für Männer, wartet gar mit einer 5-DEN-Feinstrumpfhose auf. Sie trägt den Namen „The Emporer’s New Tights“. Zu einem eindeutigen Accessoire für Männer wird diese Strumpfhose durch ihren vorne weit nach oben gezogenen und auf die männliche Anatomie abgestimmten Zwickel. Eine große Auswahl an derartigen Strumpfhosen, aktuell über 20 Produkte mit 20 oder weniger DEN, unterschiedlicher Marken hält auch der auf Männerstrumpfhosen spezialiserte Onlineshop tights-for-men bereit. Weitere Doyeah Produkte, die mit Penishüllen versehen sind und 20 oder weniger DEN haben, führen somit die Behauptung, „Feinstrumpfhosen“ seien ausschließlich für Frauen gedacht, ad absurdum.

Industrielles Produkt

Wer trotzdem daran zweifelt, dass Strumpfhosen auch für Männer sind, sollte sich überlegen, welcher Aufwand zur Produktion, zum Vertrieb und letztlich auch zur Gewinnerzielung erforderlich ist. Da sitzt nirgendwo eine Oma vor dem Kaminofen, die aus Langeweile eine Strumpfhose strickt – schon gar nicht aus hauchdünnen Nylonfäden. Männerstrumpfhosen sind ebenso wie die ursprünglich für Frauen konzipierten Varianten Massenprodukte. Um sie herzustellen, sind zunächst Forschung und Entwicklung erforderlich. Dies zum einen für die Produkte selbst, zum anderen aber auch für die Maschinen, auf denen sie später hergestellt werden sollen. Darüber hinaus müssen Produktionsräume und -maschinen bereitgestellt, Personal eingestellt und bezahlt, Materialien eingekauft, Marketing- und Vertriebsstrategien entwickelt werden. Erst wenn das alles geregelt ist, wird normalerweise mit der Produktion begonnen. Dies alles erfordert Investitionen. Aber wer würde in ein Produkt investieren, für das es keinen Markt gibt und das nicht irgendwann einmal Gewinn abwerfen soll? Auf der anderen Seite muss die Frage gestattet sein, warum sich etablierte Hersteller von „Damenstrumpfhosen“ einen solchen Markt entgehen lassen? Sitzen dort vielleicht zuviele konservative Entscheider im Management?

Forschung und Entwicklung

Zeichnung für eine Patentanmeldung

Beispiel für eine Illustration für eine Patentanmeldung.

Auf dem Gebiet der Männer- und Herrenstrumpfhosen wird fleißig geforscht. Immer wieder gibt es mehr oder weniger pfiffige Ideen zu dieser Produktkategorie. So fanden sich beispielsweise im Februar 2020 bei Google Patents unter den Suchbegriffen „Pantyhose+man“ über 6.400 Einträge, die in irgendeiner Weise eine Verbindung von Männern und Strumpfhosen herstellten (Beispiel Graphik). Diese Ideen sind nicht im Zusammenhang mit den Entwicklungen des Marktes in den vergangenen Jahren zu sehen. Lange bevor die Modeindustrie Marketingstrategien für Männerstrumpfhosen entwickelt (siehe unten) und das Produkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht hat, wurden bereits erste Produkte zum Patent angemeldet.

Marketingstrategien für Männerstrumpfhosen

Verpackung Levee Woman Strumpfhose

Levee hat eine Strumpfhose mit unterschiedlichen Fotos auf der Vorder- und der Rückseite der Verpackung herausgebracht.

Um ein eher ungewöhnliches Produkt wie eine Strumpfhose für Männer zu verkaufen, reicht es nicht, klassische Werbemaßnahmen zu ergreifen. Dafür sind allgemeine Vorbehalte und Vorurteile in der Gesellschaft zu tief verankert und zu weit verbreitet. Stattdessen war (und ist) es erforderlich, spezielle Marketingstrategien zu entwickeln. Mit Bezeichnungen wie „Mantyhose“ oder „Meggings“ (Kombinationen aus den englischen Begriffen Man und Pantyhose, also Mann und Strumpfhose, bzw. Men und Leggings, also Männer und Leggings) entstanden sogar vollkommen neue Produktkategorien. Die sich allerdings im Markt nicht durchsetzen konnten. Eine Ausnahme stellt vielleicht Kapow Meggings dar. Das Unternehmen verkauft – offensichtlich recht erfolgreich –  seit Oktober 2017 unter diesem Namen Leggings für Männer. Die allerdings mehr Sorttights als Feinstrumpfhosen ähneln. Andere Unternehmen versuchten ebenfalls, potentielle Käufer über ungewöhnliche Produktbezeichnungen anzusprechen.
So brachte beispielsweise der deutsche Hersteller Levee vor Jahren eine aus mehreren unterschiedlichen Produkten bestehende „Woman“ Strumpfhosenlinie auf den Markt. Der Name ist farblich in die  Silben WO und MAN geteilt und macht schon auf diese Weise deutlich, dass die Strumpfhosen auch Männer als potentielle Käufergruppe erreichen sollen. Zudem zeigen die Verpackungen entweder auf der einen Seite das Foto einer Frau, auf der anderen Seite das Foto eines Mannes in der entsprechenden Strumpfhose, oder ein Paar, bei dem sowohl er als auch sie eine Strumpfhose trägt. Ein Zweifel, dass diese Produkte für beide Geschlechter konzipiert wurden, ist da nicht mehr möglich.

Neben formalen gibt‘s auch emotionale Aspekte

Mann in Glanzstrumpfhose

In einer beigen, glänzenden 40-DEN-Strumpfhose im Garten.

Doch genug mit formalen Aspekten und Argumenten. Wer Männer in Strumpfhosen für Freaks, Spinner, Schwule, Fetischisten etc. hält, soll es tun. Wen interessiert es? Entweder sie sind es oder sie sind es nicht. Mit oder ohne Strumpfhose. Es macht keinen Unterschied. Die Meinung anderer ist in der Regel irrelevant; vor allem wenn es sich um Menschen handelt, denen man im Leben nicht mehr begegnen wird. Man sollte sich nicht davon abhalten lassen, Strumpfhosen zu tragen, wenn man das Bedürfnis dazu hat. Wenn es einem selbst wichtig ist, wenn man es richtig findet, wenn man sich gut dabei fühlt, dann sollte man sich nicht hindern lassen. Es geht allein um das eigene Befinden. Es gibt keinen rationalen Grund, das individuelle Bedürfnis nicht auszuleben. Es muss ja nicht in aller Öffentlichkeit sein. Und wenn doch, kann man sich langsam an das Gefühl herantasten. Es gibt genug Situationen, in der das Risiko gering ist, von Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen „erwischt“ zu werden. Etwa, wenn man frühmorgens zu einem Waldspaziergang aufbricht oder die Reaktionen anderer in der Nachbarstadt in Umkleiden im Wellness- oder Sportcenter oder in einer Sauna testet.
Meine eigene Erfahrung zeigt, dass es leichter fällt, seine Hemmungen zu überwinden, wenn man sich peu à peu weiter nach vorne wagt. Nachdem ich jahrezehntelang Strumpfhosen nur im Haus und unter Hosen anhatte, habe ich vor einigen Wochen begonnen, sie (gemeint sind weitgehend blickdichte 50 DEN-Modelle) in Kombination mit Shorts auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Zunächst habe ich mich im Garten vorgetastet. Einige Nachbarn haben mich dort in meiner Strumpfhose zur Kenntnis genommen. Mehr nicht. Danach habe ich mich regelmäßig auch vor das Haus gewagt, um die beiden Straßenbäume zu gießen. Anfangs frühmorgens. Trotz der frühen Stunde bin ich auch dort von Nachbarn und Passanten bemerkt worden. Inzwischen habe ich meinen Aktionsradius immer mehr erweitert: Ich gehe morgens in Strumpfhosen zu meiner Stammbäckerei, kaufe tagsüber in Supermärkten ein und unternehme lange Fahrradtouren. Außer meist interessierten, manchmal auch skeptischen Blicken habe ich keine Reaktionen erhalten, schon gar keine negativen. Ich bin mir sicher, dass meine Nachbarn anfangs hinter vorgehaltener Hand über mich geredet haben, in ihren Familien und vermutlich auch untereinander. Es hat mich nicht gestört. Inzwischen dürften andere Ereignisse Anlass zum Tratsch sein.
Passend zu dieser Ist-mir-egal-Einstellung habe ich vor einigen Tagen folgende Stelle in dem Buch „Von hier aus betrachtet sieht es scheiße aus“ von Max Osswald gefunden. Nachdem der Autor sich aus einer Laune heraus voll bekleidet in die Isar gestürzt hatte, geschieht Folgendes: „Ich gehe tropfend die Straße entlang zu meiner Wohnung. Ein paar Leute schauen mich grinsend an und ich bemerke, wie schnell ihr Interesse an irgendeinem nassen und fremden Typen wieder schwindet, nachdem sie einmal kurz kichernd ihre Freundinnen oder Freunde drauf aufmerksam gemacht haben. Sie fahren damit fort, zu leben, ich damit, eine Randnotiz zu sein – und freue mich, denn es ist mir egal.“
Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wieviele Männer mich inzwischen in Strumpfhosen gesehen und sich gewünscht haben, ebenfalls den Mut dazu aufzubringen? Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass dies nicht geschehen ist.

Erotische Aspekte

Die ersten Panti-Legs von Glen Raven.

Die ersten Panti-Legs von Glen Raven.

Unbestreitbar haben Strumpfhosen auch einen erotischen Reiz. Dies sicherlich schon vom ersten Tag an, als 1958 die ersten „Panti Legs“ des US-Herstellers Glen Raven auf den Markt kamen und ihren Siegeszug um die Welt antraten. Ich bin mir sicher, dass es auch damals schon Männer gab, die Strumpfhosen an sich ausprobiert und für gut befunden haben. Obwohl seinerzeit das verwendete Material wenig mit den heutigen Garnen zu tun hatte und die Gründe, Strumpfhosen zu kaufen und zu tragen eher praktischer als erotischer Natur gewesen sein dürften. Unter dem erotischen Blickwinkel geht das Wohlfühlen weiter als oben beschrieben. Dann sorgt es für mehr oder weniger starke sexuelle Erregung. Die passive Art, Strumpfhosen erregendzu finden, ist akzeptiert: Finde ich als Mann eine Frau in Strumpfhosen anziehend, mag ich es, sie in Strumpfhosen zu sehen und ihren bestrumpfhosten Körper zu berühren, wird das weitestgehend als „normal“ betrachtet. Es ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum Frauen Strumpfhosen tragen: um von potentiellen oder bereits vorhandenen Partnern als Wesen mit erotischer Ausstrahlung wahrgenommen zu werden.

Sind Strumpfhosen Fetische?

Wenn ein Mann Strumpfhosen anzieht, um sexuell erregt zu werden oder seine sexuelle Erregung zu steigern, ist das in der Gesellschaft kaum akzeptiert. Schon eine kurze Recherche im Internet zeigt, dass schnell eine Verbindung zum Wort Fetisch hergestellt wird. Fetisch im negativen Sinn. Das ist merkwürdig, denn bei allem, was in der Sexualität denkbar ist (hier sind einige der häufigsten Fetische aufgeführt), ist das Tragen von Strumpfhosen meiner Ansicht nach ein vergleichsweise banales Verhalten. Im erotischen Sinn ist das männliche Faible für Strumpfhosen sicherlich ein Fetisch. Es gibt aber keinen Grund, diesen negativ zu interpretieren. Als Mann Strumpfhosen zu mögen und zu tragen ist kein krankhaftes Verhalten. Es mag vielleicht außerhalb der Norm der überwiegenden Mehrheit der Bürger liegen. Aber hier sollte sich jeder, der etwas Negatives darin sieht, wenn ein Mann eine Strumpfhose trägt oder sie an einer Frau anziehend findet, fragen, ob es nicht vielleicht an seiner engstirnigen Einstellung liegt. Ob er mit seiner Kleingeistigkeit nicht der Freak ist, der zu wenig versteht. Das Wort Fetisch ist für sich genommen wertfrei. Es bezeichnet lediglich eine Form der Sexualität, die sich auf bestimmte Körperteile, Örtlichkeiten oder auch Gegenstände beziehen kann. So gesehen ist auch eine Vorliebe für Brüste ein Fetisch, aber würde irgendjemand diese Vorliebe ernsthaft als negativ empfinden? Oder anders gefragt: Warum sollte ein Brustfetisch anders beurteilt werden als das Tragen von Strumpfhosen?

Es geht hier nur um das Tragen von Strumpfhosen

Wohlgemerkt: Auf dieser Seite geht es ausschließlich um das Tragen von Strumpfhosen, nicht generell um das Tragen von „Damenwäsche“ wie BHs oder Röcken. Wenn man Röcke denn überhaupt für ausschließlich weibliche Kleidungsstücke hält. Neben ethnisch bedingten Männerröcken wie dem Kilt in Schottland oder dem Lava-Lava auf Samoa gibt es schließlich auch in der Modeindustrie seit einigen Jahrzehnten immer wieder Bestrebungen, den Rock als Bestandteil der männlichen Kleidung hoffähig zumachen. Im Dezember 2020 war gar der britische Sänger Harry Styles im Rock auf der Titelseite (und in einer Fotostrecke im Innenteil) der renommierten Modezeitschrift Vogue zu sehen.
Es geht auch nicht um Männer, die sich weiblich fühlen, ihrer „weiblichen Seite“ Ausdruck verleihen wollen, mehrere Geschlechterrollen in sich fühlen, polysexuell oder was weiß ich sind — was auch immer diese Phrasen zu bedeuten haben — oder als Transvestiten und Dragqueens unterwegs sind. Die vor allem hierzulande epidemisch auftretende Diskussion um Identität, eingängig als LGBTQIABIPoC abgekürzt, hat schon vor einigen Jahren den Begriff „genderfluide Mode“ hervorgebracht. Es ist toll, wenn dieser Bereich ebenfalls zur Akzeptanz der Tatsache beiträgt, dass auch Männer Strumpfhosen tragen. Aber um all diesen Aspekt sollen sich andere Menschen mit eigenen Webseiten kümmern.
Auf dieser Seite geht es um Männer, die sich ausschließlich wie Männer fühlen oder, anders ausgedrückt, eindeutig zur Gruppe binärer Menschen gehören. Nämlich zu der mit den XY-Chromosomen. Und trotzdem gern Strumpfhosen tragen. Weil sie in einer Strumpfhose nichts typisch Weibliches erkennen.

Erkenntnis 1

Kein Mann mit einem Faible für das Tragen von Strumpfhosen ist allein. Im Gegenteil: Die Zahl der Männer, die Strumpfhosen trägt, dürfte erheblich sein. „Belastbare“ Zahlen gibt es nicht. Diese wären nur durch eine wissenschaftlich gestützte, repräsentative Umfrage durch ein neutrales Marktforschungsunternehmen und gleichzeitig vollkommen ehrliche Antworten der Befragten berechenbar. Aber man darf spekulieren. Daraus, dass das Thema Männerstrumpfhosen seit Jahrzehnten immer und immer wieder online diskutiert wird, darf man auf größeres Interesse schließen. Zudem zeigen die Autoren der Beiträge, sofern man deren Angaben glaubt, dass alle Altersgruppen vertreten sind. Männer, die Strumpfhosen tragen, wachsen sozusagen nach, so dass das Thema weder an eine bestimmte Generation gebunden ist, noch „auszusterben“ droht.

Erkenntnis 2

Viele Männer tragen Strumpfhosen, ohne dass ihre Partner es wissen (dürfen). Das ist bedauerlich für die Betroffenen, die sich fragen sollten, warum ist das so? Ist Scham oder die Angst, ausgelacht zu werden, der Grund für den Verzicht, diese Vorliebe auszuleben? Dann sollte man meiner Meinung nach grundsätzlich darüber nachdenken, wie es um eine Partnerschaft bestellt ist, in der eine solch harmlose Vorliebe nicht ausgesprochen werden darf. Meine Empfehlung an alle Männer, die bislang nur heimlich Strumpfhosen anziehen: Offenbart euch, sprecht das Thema offensiv an. Zahllose Männer haben – wie ich selbst auch – die positive Erfahrung gemacht, dass die Partner viel toleranter sind als zunächst erwartet. Sie müssen ja nicht gleich begeistert „Hurra“ schreien, aber wenn sie es akzeptieren, ist doch schon eine ganze Menge gewonnen.

Erkenntnis 3

Einige Männer wollen Strumpfhosen auch öffentlich tragen. Weil es ihr gutes Recht ist oder weil das Gefühl, von anderen gesehen zu werden, ihnen zusätzlichen Genuss bereitet. Glaubt man Stellungnahmen derjenigen, die es machen, sind negative Reaktionen eher selten bis gar nicht vorhanden. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Bislang wurde ich in Strumpfhosen kommentarlos zur Kenntnis genommen, egal ob jüngst in aller Öffentlichkeit oder früher in der eingeschränkten Öffentlichkeit von Sammelumkleiden in Saunen oder Fitnesscentern. Wer es wagen, sich aber langsam an das Thema herantasten möchte, kann es im Karneval, auf Kostümbällen oder beim Sport ausprobieren. Vor allem beim Laufen oder Radfahren ist enganliegende Beinbekleidung auch bei Männern etwas Normales.

Wohlfühlen in speziellen Strumpfhosen für Männer

Ein besonderer Aspekt des Wohlfühlens ist das Tragen von Strumpfhosen, die speziell für Männer gefertigt werden. Hier sind an erster Stelle die Modelle mit integrierter – offener oder geschlossener – Penishülle zu nennen. Diese Männerstrumpfhosen sind sicherlich kein Gegenstand für den täglichen Gebrauch und dürften sich vor allem an Männer wenden, die auch beim Sex gern Strumpfhosen tragen. Welche Variante man bevorzugt, ist eine persönliche Entscheidung. Fest steht, dass es von der Phantasie des Trägers oder der am Liebesspiel Beteiligten abhängt, ob und wie man Strumpfhosen mit Penishülle in die Aktivitäten integriert. Die im Zusammenhang mit diesen Produkten oft gestellte Frage „Was soll das?“ oder Bemerkungen wie „Brauche ich nicht!“ sind obsolet, weil es Millionen von Dingen gibt, deren Sinn sich nur denjenigen erschließt, die sich dafür begeistern können. Für mich haben beispielsweise Autos mit mehr als 150 PS, Fleisch auf dem Teller und Atomstrom, die Liste ließe sich verlängern, keine Daseinsberechtigung.
Wem die Phantasie zum Einsatz einer Strumpfhose mit Penishülle fehlt, dem empfehle ich dieses Hardcore-Pornovideo eines Amateurpaares bei xhamster.com. Es handelt sich um eine Männerstrumpfhose mit geschlossener Penishülle.

Einige Beispiele für besondere Männerstrumpfhosen

Männerstrumpfhose mit besonderem Zwickel

Eine weitere Variante von Erotikstrumpfhosen, die nicht nur, aber auch, für Männer gefertigt wird, sind solche mit einer Öffnung im Bereich des Höschenteils. Diese kann von vorne bis hinten reichen, sie kann anstelle eines Zwickels vorhanden sein oder sie kann sich auf den hinteren Bereich beschränken. Die Vorteile dieser Variante liegen ebenso wie die von Männerstrumpfhosen mit offener Penishülle auf der Hand: Man kann das Handeln genießen, ohne die Strumpfhose zerreißen zu müssen.

Produkte, um sich komplett in Nylon zu hüllen

Mann in einem schwrzen Bodystocking

Mann in einem schwarzen Bodystocking

Ganz besonders drückt sich das Faible für Strumpfhosen (und Nylon) bei Menschen aus, die sich komplett in entsprechende Kleidungsstücke hüllen oder nur Kopf und Arme frei lassen. Aus dem Englischen stammt dazu der Begriff Pantyhose-Encasement (etwa: Strumpfhosenumhüllung), der sich mangels einer adäquaten deutschen Übersetzung auch hier ingebürgert hat. Um diese Vorliebe auszuleben, gibt es ebenfalls unterschiedliche Möglichkeiten. Die einfachste sind Ganzkörperstrumpfhosen (Bodystockings). Die gibt es grundsätzlich in Varianten für Frauen und Männer. Zu unterscheiden sind hier beispielsweise Modelle, die den gesamten Körper bedecken, also Hände ebenso wie den Kopf, und solche, die die Hände und/oder den Kopf frei lassen.

Am bekanntesten sind vermutlich die Bodystockings mit offenem Schritt. Dieser Schnitt hat zweifelsohne Vorteile. So hat man beim Liebesspiel freien Zugang, und bei alltäglichen Verrichtungen muss man sich nicht mühsam aus der feinen Nylonhaut schälen. Das kann unter Umständen recht mühsam. Außerdem erhöht sich mit jedem An- und Ausziehen – wie bei allen Feinstrumpfprodukten – die Wahrscheinlichkeit, dass sich Laufmaschen ziehen, Löcher bilden oder das gute Teil an den Nähten einreißt. Bei Strumpfhosen gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Produkten, die stabiler sind als in früheren Zeiten. Einige werden gar als nahezu unzerstörbar angepriesen. Etwa die des kanadischen Herstellers Sheertex oder von Bataillon Belette aus Deutschland. Bei Ganzkörperstrumpfhosen sind mir diese besonders haltbaren Angebote aber nicht bekannt.

Mann in einer beigen Ganzkörperstrumpfhose

Ein Mann in einer beigen Ganzkörperstrumpfhose mit geschlossener Penishülle

Eine andere Variante sind Bodystockings, die eine Aussparung nur hinten haben, das männliche Geschlechstteil vorne aber komplett bedecken. Es gibt aber auch Varianten, die komplett auf Löcher im Hüft-, Po-  und Schrittbereich verzichten und stattdessen den gesamten Körper einhüllen, inklusive des Geschlechtsteils. Diese reichen in der Regel von den Füßen bis zu den Schultern. Manche schließen die Arme bis zu den Handgelenken ein, andere haben keine Ärmel. Speziell für Männer gibt es Varianten, ebenso wie bei den oben beschriebenen Strumpfhosen, mit einer offenen oder geschlossenen Penishülle. Ein Beispiel für die letztgenannte Variante ist das Modell 0058 (siehe Foto) des chinesischen Produzenten Doyeah.

Nicht zu vergessen sind die „Cocoon-Bodyhoses“ aus hauchzartem Nylon. Dabei handelt es sich nicht um Ganzkörperstrumpfhosen im klassischen Sinn. Vielmehr sind es Kokons, „Säcke“, in denen bis zu zwei Menschen bequem Platz finden. Diese sitzen dann zwar nicht wie angegossen auf der Haut, geben den  Nutzern, die Nyloun fühlen wollen, aber trotzdem das gewünschte Gefühl. Die Besonderheit dieser Produkte ist, dass sie auch einen ganz praktischen Nutzen haben. So kann man sie zum Beispiel als eine Art dünnen Schlafsack nutzen, der im Sommer gegen nächtliche Mückenattacken schützt. Einige Menschen nutzen die Kokons auch, um zu meditieren. Dann bietet der „Sack“ einen abgeschlossenen Raum, während die Transparenz des Materials gleichzeitig dafür sorgt, dass der Kontakt zur Umwelt nciht gänzlich verlorengeht.

Ein Mann in einem schwarzen Encasement-Hemd von Doyeah.

Bei der Frage, für welche Art der Penishülle mann sich entscheiden sollte, kommt es sicherlich auf den persönlichen Geschmack und die individuellen Vorlieben an. Eine geschlossene Penishülle mag manchen Menschen auf den ersten Blick als blanker Unsinn erscheinen. Aber gerade in der Tatsache, dass der Penis nicht direkt zu erreichen ist, kann auch ein besonderer Reiz liegen.
Alternativ zu den Ganzkörperstrumpfhosen oder Bodystockings kann man sich neben der „normalen“ Strumpfhose auch eine weitere Strumpfhose über Kopf, Arme und Oberkörper ziehen – nachdem man vorsichtig den Zwickel entfernt hat. Wer das machen will, sollte ein Produkt wählen, das im Schritt dehnbar ist, da das Loch, das durch das Entfernen des Zwickels entsteht, eine Herausforderung für den Kopf sein kann. Zu enge Strumpfhosen oder zu unflexible Materialen drohen dann zu zerreißen.
Wer sich Bastelarbeit und ausgefranste Nähte ersparen will, kann auch zu einem fertigen Produkt für das Pantyhose-Encasement greifen. Dabei handelt es sich zwar nicht direkt um Strumpfhosen, aber die verarbeiteten Materialien sind identisch. Auf dem Markt gibt es auch bei diesem Produkt unterschiedliche Ausführungen. So stehen beispielsweise Encasement-Oberteile bereit, bei denen die Hände bedeckt sind oder frei bleiben, und es gibt Varianten, bei denen der Kopf komplett umhüllt wird oder eben auch frei bleiben kann, und Kombinationen daraus.

Andererseits gibt es insgesamt mehr 4,5 Millionen Treffer (Stand 15.7.2022), unter denen auch Shops mit entsprechenden Angeboten zu finden sind. Selbst bei ebay und Amazon werden zahlreiche Artikel angeboten. So wenige Menschen scheinen es dann doch wieder nicht zu sein. Auch in Diskussionsforen poppt das Thema immer mal wieder auf. Menschen tauschen sich dort aus, sagen ihre Meinung, berichten über Erfahrungen und geben sich Tipps. Zum Beispiel wie man selbst aus mehreren Strumpfhosen ein Encasement-Outfit gestalten kann.

Zugegeben, Pantyhose- oder Nylon-Encasement gehört vermutlich in einen Bereich, der nur eine Minderheit anspricht und für die Mehrzahl der Menschen nicht nachzuvollziehen ist. Selbst dann, wenn man es als eine besondere Art des Bondage betrachtet, für das die Zahl an Interessenten sicherlich weit größer ist. Hier dürften rasch Assoziationen zu Porno und Fetisch – im negativen Sinn – geweckt werden. Tatsächlich listet Google beim Suchen nach „Pantyhose Encasement“ auf den ersten Seiten fast ausschließlich einschlägige Seiten auf.

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